Der Safe eines jüdischen Juweliers ist das Objekt der diebischen Begierde eines bunten Haufens stümperhafter Krimineller. An dem Tresor ist eigenlich nichts Besonderes, doch die Wand, welche den Safe von einer leer stehenden Wohnung trennt, ist besonders leicht zu durchbrechen. Doch dieser (Durch-) Bruch muss sorgfältig geplant werden. Deshalb sucht die aus William H. Macy, Sam Rockwell, Isaiah Washington (Typische Neben- als Hauptdarsteller! Wo bleibt Xander Berkeley?) und anderen zusammengewürfelte Tresorknacktruppe den Rollstuhl fahrenden George Clooney (Letzte Klammer vice versa), seines Zeichens Panzerknacker außer Dienst, wegen der erfahrenen Beratung auf, beobachtet von einem sehr engagierten Polizisten mit typischem Anzug und Klischeehut. Zwischendurch springen ein paar ab, versuchen, ehrlich zu werden. Dann solls - das ursprüngliche Ladendieb-Line-Up ist mittlerweile auf schätzungsweise sechzig Prozent geschrumpft - aber losgehen. Wie aber schon der gesamte Filmverlauf, besteht der Bruch aus einer Aneinanderreihung unglücklicher Zufälle und so ziemlich alles geht schief, was nur schief gehen kann - sehr zur Freude des Publikums.
Eigentlich jedoch ist der Humor spärlich gesät. Denn um sich mit den Figuren wenigstens ein bisschen zu identifizieren, dürfen sie natürlich nicht nur als Slapstick-Kanonenfutter herhalten. So ist das Phänomen des Kinobesuchers, der an den falschen Stellen über die Protagonisten lacht statt mitzufühlen, hier selten bis gar nicht anzutreffen. Und schon wieder ein Remake - diesmal des französischen Filmes »I Soliti ignoti« von 1958, der auch schon Woody Allen zu seinen keksenden Schmalspurganoven »inspirierte«. »Safecrackers« ist ein gelungener Ensemblefilm. »Ocean's Eleven« auf arm. Hollywood auf »Independent«. Produzenten sind Steven Soderbergh (Seine Regie des soeben genannten Streifens zu erwähnen ist eigentlich überflüssig) und Kurzauftreter Clooney. Drehbuch schrieben und Regie führten die beiden Brüder Anthony und Joe Russo. Die leicht jazzige Filmmusik des Mark Mothersbaughs und der Jargon (»Bellini«) vermitteln ein wenig Milieu-Flair, die stummfilmartigen Texteinblendungen, das altmodische Produktionsdesign und der leichte Sepiafilter ein zeitliches beziehungsweise filmgeschichtliches. Fertig ist der Pseudo-Underground. Man hätte ein bisschen mehr aus 8 Millionen US-Dollar machen können, hat man aber eigentlich auch, wenn man es mit aktuellem filmischen Major-Schrott vergleicht.