The Four Feathers

England, Viktorianisches Zeitalter. Harry Faversham (Heath Ledger) - seine militärische Ausbildung gerade abgeschlossen - drückt sich vorm Krieg. Denn er und seine getreuen Kumpane und Freunde (unter anderen Wes Bentley als Jack Durrance) sollen im Sudan Wüstenforts Ihrer Majestät vor Muselmännern (Mahdisten) beschützen. Da Harry als Kriegsdienstverweigerer aber ziemlich alleine dasteht, bekommt er von seinen Kameraden und seiner Verlobten vier weiße Federn als Zeichen für seine - wie sie glauben - Feigheit. (Heutzutage müsste da schon viel Federvieh gerupft werden.) Von allen (inklusive Vater) verlassen, macht er sich auf, seinen Freunden zu helfen, denn in der Zeitung war schon vom ersten Gemetzel mit britischen Opfern zu lesen ...

Manchmal fühlt sich das fünfte Remake einer Romanverfilmung von 1939 wie eine einzige Reminiszenz der Filmgeschichte an. Briten und Wüstenvölker (unter anderen »Lawrence of Arabia«), Dreiecksbeziehungen im Krieg (»Pearl Harbor«), Heath Ledger als Willem-Dafoe-Lookalike (»The Last Temptation Of Christ«), Kostüme plus gewaltige Schlacht (alle Filme mit Kostümen und gewaltigen Schlachten) sowie Kriegskameradschaft (»Black Hawk Down«). Und wenn sich Komponist James Horner mal wieder in Marschmusik übt, muss man eigentlich immer nur an die anderen Filme denken, die er damit versaut hat. Aber wenn er die Snare-Drums mal beiseite lässt, überzeugt er wieder. Und auch der Film. Dann entwickelt er ein Eigenleben jenseits der (unfreiwilligen?) Filmzitate. Wie schon Shekhar Kapurs cineastische Geschichtsaufarbeitung »Elizabeth« sehr schön, sehr lang und eigentlich sehr sehenswert. Der Versuch eines dramatischen Epos' oder epischen Dramas. Ein leicht abenteuerlicher Historienschinken.