Völlig nackt läuft eine junge Frau durch die Straßen Berlins. Ihre Nackheit ist noch gesteigert durch das Fehlen der Haut auf ihrem Rücken, auf der sich ein Tattoo befand - nicht das erste Opfer, dem die Haut abgezogen wurde. Polizeineuling Marc Schrader (August Diehl) bearbeitet den Fall zusammen mit dem alten Hasen Minks (Christian Redl). Im Laufe ihrer Ermittlungen stellt sich heraus, dass es kein auf Tattoos fixierter Serienmörder ist, der seine Trophäen sammelt. Es handelt es sich um ein Netz von Händlern, Jägern und Sammlern, die die Kunst auf der Haut fetischisieren und auch vor unfreiwilligen Opfergaben nicht zurückschrecken.
Robert Schwentkes »Tattoo« fängt Großstadttristesse und düstere Szenarien ein. Nicht auf die Weise, wie es David Fincher mit »Se7en« anno dazumal gelungen ist, aber trotzdem wirksam genug. Das ist bedauerlicherweise die einzige Stärke des Films. Besitzer eines schwachen Magens sollten diesen Film besser meiden. Aber auch anspruchsvolle Kinobesucher, die eine gute Story erwarten, denn leider verliert sich die Spannung in langweiligen Phasen und lahmen Dialogen, die an beliebige Fernsehkrimis erinnern. Doch nicht genug der Déjà-vu-Erlebnisse. Überall im Genre scheint abgekupfert worden zu sein. Erschwerend hinzu kommt, dass die Handlung im letzten Drittel arg vorhersehbar wird.