Spy Game

CIA-Mitarbeiter Nathan Muir (Robert Redford) muss an seinem letzten Arbeitstag seinen Agentenzögling Tom Bishop (Brad Pitt) vor der Hinrichtung in China retten. Und das Ganze in vierundzwanzig Stunden. Dazu setzt der alte Hase in den fernen Vereinigten Staaten von Amerika bis zum »finalen Countdown« (deutscher Untertitel) alle Hebel in Bewegung ...

In Rückblenden wird die Geschichte der beiden Agenten vom Vietnam-Krieg in den Sechzigerjahren bis zur Gegenwart (dem Jahr 1991) sowie die Hintergründe der chinesischen Verhaftung erzählt. Das alles unterhaltsam verpackt in einem Film, wie man ihn von Tony Scott kennt. Schnelle Schnitte, modische Kameraeinstellungen und -fahrten. Videoclip-Ästhetik unterlegt mit symphonisch-synthetischer Musik von Media Ventures. (In diesem Falle ist der Komponist Harry Gregson-Williams.) Zwei Stunden sind für diesen Film allerdings zu viel. Zeit ist hier nämlich Spannungselement Nummer eins und leider wird das ausgefeilte Kammerspiel mit Redford von Handlungsarmut entschuldigenden Flashbacks unterbrochen. Desweiteren stört der Unrealismus. Die Jahre gehen an den beiden Protagonisten scheinbar spurlos vorbei. Aber genau sie sind es, die diesen Film retten. Vor allem Robert Redford, der einen ruhigen Gegenpol zum hektischen - zur Handlung nicht unbedingt passenden - Geschnipsel bildet. (Kann Tony Scott eigentlich auch anders?) Unterm Strich eine mäßig unterhaltende, anspruchslose Effekthascherei.