Frei nach Benjamin von Stuckrad-Barres erstem und vorerst einzigen Roman »Soloalbum« kommt nun ein gleichnamiger Kinofilm in die Lichtspielhäuser. Dessen Hauptfigur Ben wurde gerade von seiner Freundin Katharina mit dem bedeutungsentfremdeten, per SMS übermittelten Smashing-Pumpkins-Zitat »The killer in me is the killer in you« verlassen, und den ganzen Film über versucht er, sie entweder zu vergessen oder alles zu unternehmen, sie wieder für sich zu gewinnen. Die Idee des Films ist die des Buches, welches übrigens einem Drehbuch sehr nahe kommt. (»Schwenk auf mich.«) Doch während Stuckrad-Barre in seinem änderungsträgen Roman noch beobachtenderweise über des Erzählers Umwelt herzieht, der Medien Lächerlichkeit detailliert nachzeichnet, Musikzitate und andere Aufzählungen einbindet, darf die Handlungsarmut in der Bewegte-Bilder-Fassung mit typischen Komödieneinlagen made in Germany (Man pinkelt in Autos und bleibt mit Chwanzus longus hängen.) kaschiert werden. Eine »Komödie über Liebe, Sex und Hustensaft« also. (Haha, ein Insider, haha! Das verstehe ich sicher erst, wenn ich den Film gesehen habe, haha!) Musiktermini werden jedoch hier ebenso zu Beziehungsanaloga, aber das hatten wir im Kino auch schon durch die Nick-Hornby-Verfilmung »High Fidelity«. So wie Stuckrad-Barre die kurze Form besser steht, so schneidet »Soloalbum« als Buch deutlich besser ab. Sicher, stupider Vergleichsversuch! Aber trotzdem sagt das jeder, der seiner Enttäuschung über die missglückte Filmrealisation literarischer Werke Luft machen will. Sei es »Harry Potter und der Schlagmichtot«, »Herr der Ringe 1 bis 9« oder eben »Soloalbum«. Den Roman gibts bei Kiepenheuer & Witsch, den Film ab 27. März 2003 im Lichtspieltheater Ihres Vertrauens.