Solino

Italien 1964, Jahrzehnte bevor aus Bella Italia Bella Berlusconia wird. Die Familie Amato verlässt ihr Heimatdorf Solino und zieht samt »zwei kleiner Italiener« - den Söhnen - nach Deutschland, denn dort gibt es Arbeit. In Duisburg angekommen, tritt Romano - der Vater - seinen Dienst als »Gastarbeiter« unter Tage an. Doch das gibt er schnell auf. Rosa - die Mutter - ist von Anfang an nicht gerade begeistert von Deutschland und vermisst ihre Heimat sowie die kulinarischen Spezialitäten Italiens. Sie entdeckt gegenüber ihrer Wohnung eine leer stehende Eisdiele. Ihr kommt die Idee, dort eine Pizzeria zu eröffnen. Die erste im Ruhrpott. Sie bekommt den Namen ihrer Heimat: Solino.

Fatih Akins Familienportrait und dritter Kinofilm dreht sich hauptsächlich um Luigi - auch Gigi genannt - und seinen Bruder Giancarlo. Während der Aufs und Abs in der Beziehung zu seinem herrschsüchtigen Vater, seiner kränkelnden, sich fast zu Tode schuftenden Mutter und seinem besitzergreifenden, eifersüchtigen Bruder entdeckt Gigi durch einen Fotohändler und einen gastierenden Regisseur schon früh seine Liebe zum Film und kämpft um sie.

Auch wenn das zuvor untertitelte Italienisch nun doch noch synchronisiert wurde und damit der zwei Dekaden umfassende Film etwas Authentizität einbüßt, besitzt er einen unglaublichen Charme und Momente, magisch wie Gigis erste Kamera. Schöne Geschichte. Schöne Bilder. Schöne Musik. Was will man mehr? Ein wunderschöner - wenn in letzter Zeit nicht sogar der beste deutsche - Streifen, welcher das Lichtspieltheater in ein Cinema Paradiso verwandelt.