Zwei überaus schlechte Filme

Was tut der US-amerikanische Mann, wenn seine Freundin/Verlobte/Frau ihn verlässt? Natürlich - er begibt sich mit seinem besten Freund auf eine dekadente Kreuzfahrt (Filmtitel Nummer eins: »Boat Trip«) mit Frauenüberschuss, was sexuelles Abreagieren garantiert. Nur leider sind natürlich Reisebüroangestellte generell inkompetent, weshalb die beiden auf einer Vier-Tage-ohne-Land-in-Sicht-Schwulen-Party landen - hach, wie köstlich! Klischeeschwule und -blondchen sowie das passende Witze-Accessoire unterster Schublade. Bei diesem Film wird einem garantiert nicht durch Seekrankheit übel. Dafür sorgt der Film selbst. Nicht unbedingt wird einem schlecht weil's dem Streifen ebenso geht, nein, man bekommt dieses krank machende, weil surreale Déjà-vu-Gefühl, wenn man im Voraus die »Handlung« prophezeihen und stinkende, weil alte und abgenudelte Gags zehn Minuten gegen den Wind riechen kann. Falls es noch jemand wissen will: Cuba Gooding junior spielt die Hauptrolle. Na klar, wer hat schon nach einem Academy Award einen so großen Haufen miesester Filme (»Snow Dogs«, »Chill Factor« ... und eben dieser hier) wie er vorzuweisen? Also kann er sich's ja erlauben. Naja, wir haben dann außerdem noch Roger Moore (Kennt den noch wer?) im Programm sowie ein paar mäßig bekannte Gesichter aus Film und Fernsehen. Und Shaft (Shaft!) darf auch mal reinschauen. Was die Ähnlichkeit des Titels mit »Road Trip« angeht, so dürfte klar sein, dass man auf die Klientel, welche eben jenen Film genoss, abzielt - obwohl »Road Trip« mindestens fuffzich Prozent mehr Anspruch hatte. Das Ganze startet irgendwann im Februar, also gut: am Mittwoch, den dreizehnten. Bisher befanden wir uns noch oberhalb der Wasseroberfläche und kratzten nur mit einem homophilen Schiffsbug an ihr, doch es geht noch tiefer. Und früher, weil, es ist nämlich so: Der nächste Film startet Ende Januar ... Tief aus dem nautischen, qualitativen Underground sticht ein weiteres ungestümes Ungetüm hervor: »The Antman« (Filmtitel Nummer zwei). Allerdings geht's hier ziemlich trocken zu. Denn mal abgesehen davon, dass es scheint, als sei der Film von einer Reihe von Alkoholikern produziert worden, spielt der Kampf Götz Ottos gegen insektoide Mächte im feuchtigkeitsarmen Wüstensand Mexikos und den Streifen an sich kann man nun wirklich nicht als feucht-fröhlich bezeichnen. Man weiß auch nicht wirklich, woran man an ihm ist. Entweder peinliche Hommage oder müde Parodie. Und irgendwann hat man es satt, sich über unfreiwillig komische Elaborate zu amüsieren und vielleicht noch irgendeinen Sinn aus ihnen herauszukitzeln und möchte sich am liebsten nur noch darüber schwarz ärgern. Und tut es. Danke für eure Zeit!