Die beiden Würzburger Kai (Moritz Bleibtreu) und Stefan (Lucas Gregorowicz) betreiben einen sehr gut laufenden Pizza-Service. Doch der Geschäftserfolg kommt nicht von Pizzen allein. Sie pflegen, diesem Nahrungsmittel mit dem zusätzlichen Belag Hanf - natürlich in ein Stück Aluminiumfolie verpackt - eine besondere Note zu verleihen. (Das ganze nennt sich dann »Pizza Gourmet«.) Dieser spezielle Zusatz wird von ihnen sogar selbst angebaut. Auf einer Lichtung im Wald haben sie ihre Traumplantage erschaffen. Nur leider sind die Pflanzen von Blattläusen befallen und sie ziehen, nach gescheiterter Schädlingsbekämpfungsmittelanfrage in einem seriösen Pflanzengeschäft, in Erwägung, Hilfe in einem Kifferladen zu suchen, denn die nächste Ernte steht auf dem Spiel. Als sie dort jedoch den Mann an der Kasse freundlich mit einem Victory-Zeichen grüßen sehen, machen die beiden sich schnell auf, das Weite zu suchen. (Anscheinend haben sie etwas gegen »Klischeekiffer«.) Doch dann spricht sie der verdeckt arbeitende Drogenfahnder Achim (Julian Weigend) auf ihr Pflanzenproblem an und das Unglück nimmt seinen Lauf ...
Christian Züberts (Drehbuchautor und Regisseur) Debüt »Lammbock« ist ein sehr gelungener deutscher (zwei Adjektive, die sehr selten zusammen auftreten) Film im Stile eines Kevin-Smith-Streifens. So wird über Baywatch-Nixen und deren Silikonkissenqualität philosophiert (Hohle Diskussionen sind das bestimmende Komikelement des Films.) und die Folgen des Drogenkonsums anschaulich und humorvoll dargestellt. Im Gegensatz zu Johnny Depps »Blow«-Figur steigen die beiden Hauptfiguren nicht ins Kokaingeschäft ein und es gibt sogar ein Happy-End. Kein Wunder, denn hier handelt es sich nicht um eine wahre Geschichte. Der Film zieht langsam - also zum Thema passend - dahin und ist trotzdem kurzweilig - dank der am laufenden Band präsentierten Gags und den wortwitzigen Dialogen der beiden Protagonisten.
Für mich der beste deutsche Film seit »Das Experiment«. Anscheinend waren die Macher des Films sehr »inspiriert« von ihrem Werk, denn durch Zufall konnte ich einen kleinen Fehler im Abspann entdecken: »Wir danken den folgenden Firmen und Instituionen«. Aber das muss ja nichts heißen! :·) Fazit: Bewusstseinserweiternd!