Killing Me Softly

Sie leben in London, sie sind hip (Dafür stehe ich mit meinem Namen.), sie sind Mediendesignerin und Bergsteiger und sie haben sich gerade auf der Straße angelächelt. Ihre Hände trafen sich am Ich-will-über-die-Straße-Ampel-Knopf. Sie, die eigentlich einen Freund hat und aussieht wie Heather Graham, geht eine Affäre ein mit dem mysteriös untalentiert in die Kamera stierenden Bruder von Ralph Fiennes. Anscheinend mag Graham das Betongesicht, denn sie verlässt ihren Freund, um noch weitere, schön anzusehende Erotikszenen für Chen Kaiges »Thriller« bereitzustellen. Damit spannungstechnisch etwas auf dem Spiel steht, heiratet man auch ganz schnell und unkonventionell. Rehaugen-Heather stößt dann aber auf - Wie sollte es anders sein? - verschlossene Schränke mit geheimnisvollem Inhalt. Eine düstere Vergangenheit ihres frisch gebackenen Ehemanns eröffnet sich ihr. Und dann gibts halt die obligatorischen Wendungen, Enthüllungen und all das, was man schon in zig anderen Filmen gesehen hat, deren Filmplakate düster beleuchtete, einander begehrende Paare zeigen: Nichts Neues. Chen bedient sich bei Landsleuten und Hollywoodianern wie den sich selbst wiederholenden Adrian Lyne. Doch Hollywoodfremde hatten es schon immer schwer, mit ihren Debütfilmen die »Traumfabrik« zu »erobern«. Hoffentlich schafft er es, denn wir sind wirklich Besseres von ihm gewohnt.