Kangaroo Jack

Wenn schon das Land der Beutler als Ort der Handlung herhalten muss, so ist es nicht verwunderlich sondern geradezu obligat, dass ein australienbezogener Hit der Achtzigerjahre bemüht wird: »I come from the land down under«. Gut gelaunt und lauthals singen auch die beiden New Yorker Protagonisten Louis (Anthony Anderson) und Charlie (Jerry O'Connell) jene Textzeile auf ihrer Fahrt durch das Outback, so beschwingt, dass sie ob ihrer Abgelenktheit ein Känguru anfahren, welchem sie für eine ausgedehnte Foto-Session pietätsloserweise eine Sonnenbrille aufsetzen und Louis' »Glücksjacke« überziehen, in der ein für einen gewissen Mr. Smith bestimmter Geldbetrag in Höhe von fünfzig Mille befindlich ist. Totgeglaubt, wacht das australische Wappentier auf, das gelegentlich anmutet wie Scooby-Doo mit deformierten Extremitäten, und macht sich mit Kleidung plus Kohle aus dem Outback-Staub. Salvatore (Christopher Walken), seines Zeichens Charlies Stiefvater und mafioser Adressant sowie der Adressat Mr. Smith sind über diesen Vorfall verständlicherweise nicht sehr erfreut und so machen sich Gesandte Salvatores und Mr. Smith, welcher agiert und aussieht wie eine Virtuosity-Russell-Crowe-und-Antonio-Banderas-Promenadenmischung, auf die Jagd nach den untalentierten Boten, welche wiederum - optisch unterstützt durch Jessie (Estella Warren) - ihre Bemühungen und Aufwendungen auf das Baseballjacke tragende Beuteltier konzentrieren. Klingt sicherlich ganz spaßig, aber selbst in einer Bruckheimer-Produktion ist man vor glücklicherweise spärlich gesätem Fäkalhumor nicht gefeit. Dafür erinnert die eröffnende Verfolgungsjagd mit massiven Blechschäden an einen anderen Simpson-Bruckheimer-Film: »Beverly Hills Cop«. Doch nicht genug der Referenziösität; selbst »Superman« wird zitiert. Und popkulturelle Bezüge der eindeutigeren Art hat auch die Filmmusik zu David McNallys Streifen zu bieten, welche Trevor Rabin lieferte. Aber warum nur hat es der Ex-Yesser nötig, bei gleich zwei Kompositionen (»the next episode« und »what's the difference«) des Avantgardisten Dr. Dre abzukupfern? Alles andere ist jedenfalls Didgeridoo. Schauspielerisch wiederum brilliert hier allenfalls einer, der Titelheld. Ende Mai hüpft das Marsupialium auch durch die bundesdeutschen Kinosäle.