Die Klangqualität der CD ist im Großen und Ganzen gut. Aufgrund des Alters des einen oder anderen Liedes fühlt man sich zwar, als ob man ins LP-Zeitalter zurückversetzt wurde, dies stört aber keineswegs den Hörgenuss. (Damit meine ich natürlich den Score, denn die meisten Lieder sind - kurz gesagt - einfach nur überflüssig und langweilig!) Das Booklet ist wie üblich bei Soundtracks nicht gerade der letzte Schrei: Die obligatorische Trackliste, die Filmcredits, ein paar Angaben zu den CD-Machern und ein paar Farb- respektive Schwarz-Weiß-Bilder. That's it. Wie oben schon angedeutet, hat diese CD aber einen gravierenden Mangel: Die eindeutig zu hohe Anzahl an mittelmäßigem bis schlechtem Leichtkostgedudel (mal abgesehen von dem recht spaßigen »Iko Iko«, von dem auch eine leicht veränderte Version den Weg auf das »M:I-2«-Album fand). Auch wenn Hans Zimmer in einem Interview der Ansicht war, dass der Score nicht für sich alleine stehen könne, wäre ein bisschen mehr Score und viel weniger Songs doch wünschenwerter gewesen. Denn von den 45 Minuten Filmmusik, die Zimmer zum Film geschrieben hat, wurde nicht einmal ein Viertel auf die CD gepresst.
Der Score ist zweifelsfrei einer der besten von Hans Zimmer ... Nicht umsonst wurde der Deutsche erst durch diesen Score richtig bekannt und berühmt und heimste gleichzeitig noch seine erste Oscar-Nomination ein. Das alles dank der Hilfe von Barry Levinsons Ehefrau, die Zimmers Soundtrack zu »A World Apart« (der dem »Rain Man«-Score gar nicht mal unähnlich ist) gehört hatte, ihn als wirklich gelungen empfand und daraufhin ihren Gatten auf den jungen Newcomer aufmerksam machte. Levinson war anscheinend ebenfalls von dem Komponisten begeistert, da er ihn kurz darauf für »Rain Man« engagierte. Aus heutiger Perspektive der Glücksgriff schlechthin! Mit seinem damals noch neuen und innovativen Synthesizer-Stil und einem unvergesslichen Thema gab er dem wirklich gelungenen Film einen mehr als ebenbürtigen Score. Das Thema besteht aus einer sehr einprägsamen Panflötenmelodie und aus verschiedenen Grundrhythmen gespielt von Synthie-Percussion-Instrumenten. Dieses Main Theme soll, nach eigener Aussage von Hans Zimmer, die beiden Brüder (gespielt von Tom Cruise und Dustin Hoffman) repräsentieren. Die Melodie begleitet die beiden Hauptdarsteller während des ganzen Filmes in den verschiedensten Variationen.
»Las Vegas/End Credits« vertont die Ankunft in Vegas und die darauf folgende aufregende Zeit in den Casinos. Von Anfang an wird hier mit den Synthieklängen nur um sich geworfen was das Zeug hält, während im Hintergrund eine Frauenstimme quasi gegen die Übermacht von Percussion- und E-Pianostimmen ankämpft. Bemerkenswert ist noch die Vielzahl an Solisten: Was zu Anfang noch eine Frau vollbringt, übernimmt im Mittelteil ein Saxophon und zum Schluss eine Männerstimme und abwechselnd noch eine E-Gitarre! Abgeschlossen wird das wie gewohnt von den End Credits, die die wichtigsten Passagen des Score noch Revue passieren lässt.
Fazit: Der Score ist wirklich gelungen und hat hohe Ohrwurm- und Mittanzqualitäten, ganz im Gegensatz zu den Songs, die sich einfach nur störend auf das Gesamtbild auswirken und ein Programmieren der Stereoanlage leider unumgänglich machen. Jedoch ist der Score allein schon sein Geld wert, zumal dieser Soundtrack momentan noch sehr leicht und vor allem billig zu beschaffen ist.
| Punkte | |
|---|---|
| Score: | 8/10 |
| Songs: | 2/10 |
| Album: | 6/10 |
| Titel: | Rain Man |
| Komponist: | Hans Zimmer |
| Jahr: | 1989 |
| Soundtrack-Produzent: | Allan Mason |
| Ausführende Produzenten: | Barry Levinson & Mark Johnson |
| Label: | Capitol Records |
| 01 | 2:53 | Iko Iko | The Belle Stars (Hawkins/Jones/Hawkins/Johnson/Jones/Thomas) |
| 02 | 4:05 | Scatterlings Of Africa | Johnny Clegg & Savuka (Johnny Clegg) |
| 03 | 2:53 | Dry Bones | The Delta Rhythm Boys (Public Domain) |
| 04 | 3:00 | At Last | Etta James (H. Warren/M. Gordon) |
| 05 | 3:09 | Lonely Avenue | Ian Gillan and Roger Glover (Doc Pomus) |
| 06 | 5:10 | Nathan Jones | Bananarama (L. Caston/K. Wakefield) |
| 07 | 2:52 | Leaving Wallbrook/On The Road | Hans Zimmer |
|---|---|---|---|
| 08 | 8:20 | Las Vegas/End Credits | Hans Zimmer |
| 09 | 4:35 | Stardust | Rob Wassermann with Aaron Neville (H. Carmichael/M. Parrish) |
| 10 | 3:44 | Beyond The Blue Horizon | Lou Christie (Robin/Whiting/Harling) |
Gesamtlaufzeit: 40:41
| Soundtrack Produced by | Allan Mason |
| Executive Producers: | Barry Levinson & Mark Johnson |
| Music Coordinators: | Ken Friedman & Tim Devine |
| Album Coordinator: | Sharon Swab |
| Art Direction: | Tommy Steele |
| Design: | DZN, The Design Group |
| Special Thanks To: | Michael Frost Beckner, Mark Berger, David Berman, Al Clay, Rhody Davis, James Flamberg, Marsha Gleeman, Keith Jones, Ron McCarrell, Gail Mutrux, Mary Reynolds, Jay Rifkin, and Hilton Rosenthal. |