Femme Fatale

Brian de Palma ist wieder da. Nach dem künstlerischen Raumfahrtdesaster »Mission to Mars« macht der Hitchcock-Verehrer wieder das, was er am besten beherrscht: einen Thriller alter Schule. Dieser spielt in Frankreich und beginnt bei den berüchtigten Filmfestspielen in Cannes, in deren Verlauf ein Diamantencoup (Die Edelsteine machen den Großteil einer Garderobe aus.) misslingt. Ein Mitglied der Diebesbande, die Blondine Laure reißt sich einen Großteil der Klunker unter den Nagel und macht sich für sieben lange Jahre mit der neuen Identität Lily aus dem Staub, bis ein an seinem Lebenswerk schuftender Ex-Paparazzo ein Lichtbild von ihr macht und somit ihr weiteres curriculum vitae entscheidend prägt, denn ein paar Kollegen von damals sind sehr sehr nachtragend. De Palma kehrt zu seinen Wurzeln zurück und das ist auch gut so. Der typische, mit einem Ryuichi-Sakamoto-Bolero unterlegte Prolog kann dem von »Snake Eyes« mühelos das Wasser reichen und auch sonst de Palma pur: geteilte Screens, Übersichtlichkeit und gewohnt kühle Distanz zu den Charakteren. Was will man mehr?