Der Wolf ist tot, der Wolf ist tot! Nein, noch ist es nicht soweit! Erst muss El Lobo (Dies ist keine Comic-Verfilmung.) - seines Zeichens kolumbianischer Terrorist und großer böser Wolf - noch die kolumbianische Botschaft Los Angeles' zerstören. Das zieht natürlich auch einige »Kollateralschäden« (deutsches Unwort 1999) mit sich. Zum Beispiel Frau und Kind eines Feuerwehrmannes namens Gordon »Gordie« Brewer (Arnold Schwarzenegger). Dieser empfindet nach diesem Verlust selbstverständlich Verzweiflung und Wut, die Rachegelüste gebiert, welche er dann auch prompt zu befriedigen weiß. Schnell - natürlich um einiges besser als die Central Intelligence Agency - macht Arni im Lande der Drogenbarone das große böse Rudeltier ausfindig, vor dem unser Held natürlich keine Angst zeigt. Seine »Zeit der Vergeltung« ist gekommen - ganz nach Schema »Auge um Auge, Zahn um Zahn«. Die gute alte Selbstjustiz - verherrlicht bis zum Anschlag.
Graeme Revells rhythmische Musik mit selbstplagiatorischen Zügen vermischt sich mit Rotorenblätter- und M16-Krach, exquisite Explosionsszenarien und nicht gerade feinsinnige Kloppereien werden serviert und Elias Koteas lässt in seinem Schauspiel ein bisschen De Niro aufblitzen. Natürlich wirkt die Routineproduktion nicht realistischer und ungeschönter als »Behind Enemy Lines« aber Andrew Davis' Film ist insgesamt solide (wenn man über die gravierenden inhaltlichen Mängel hinwegsieht) und mit Äkschn-Opi Arni nicht unbedingt falsch besetzt. Wen sonst hätte man für diese klischeebehaftete Haudrauforgie engagieren sollen? Will er nicht als Charaktermime ausgelacht werden, muss er halt - wenn er seine Filmkarriere weiterverfolgen will - »schauspielerisch« beziehungsweise darstellerisch als Kampfmaschine brillieren. Aber wer will das sehen?