Daniel Cleaver (Hugh Grant) ist Lektor eines Verlages, in dem auch die sehr natürliche und direkte Bridget Jones (Renée Zellweger) angestellt ist. Diese fristet mit ihren zweiunddreißig Jahren und »Übergewicht« schon ziemlich lange ein Single-Dasein und führt unter anderem darüber Tagebuch. Sie hat anscheinend genug davon und flirtet deshalb an ihrem Arbeitsplatz via E-Mail (was - wie das in Filmen meistens zu beobachten ist - technisch gesehen sehr unrealistisch abläuft) mit ihrem Chef Daniel, dem anfangs erwähnten Verlagsoberhaupt. Die beiden kommen zusammen, unsere Protagonistin schwebt im Glück und macht ihre guten Vorsätze (weniger Rauchen, weniger Trinken und abnehmen) langsam wahr ... Vorher hat sie übrigens noch über ihre verkupplungsfreudige Mutter Bekanntschaft mit Mark Darcy (Colin Firth), einem bereits geschiedenen Anwalt für Menschenrechte, gemacht. Bridget, die es eigentlich besser wissen müsste, bildet sich schon ein Urteil, als sie seinen Wollpullover mit dem Bild eines Elchkopfes sieht. Mark (der eigentlich kein Anhänger solcher Mode ist) kennt ebenfalls Bridgets derzeitigen Liebhaber, auf den er nicht gerade gut zu sprechen ist, was etwas mit seiner Scheidung, aber auch mit dem späteren Kampf um Miss Jones' Gunst zu tun hat und was sich in einem handfesten Streit (»Juhuu, eine richtige Prügelei!«) manifestiert. Nachdem Bridget ihren Traummann (immer noch Hugh Grant) mit einer anderen Frau erwischt, kündigt sie beim Verlag und bewirbt sich beim Fernsehen. Dort bekommt sie nach mehreren gescheiterten Anläufen einen Job als Reporterin und dank der Beziehung zu Mark, dem sie dann auch wieder näher kommt, verschafft sie sich ein exklusives Interview. Beruflich läuft es also wieder. Jetzt kann sich der Film von Sharon Maguire wieder der Beziehungskiste zuwenden und nach vielen Wendungen kommt es zum obligatorischen Happy-End!
In diesem Film, der auf Charakteren basiert, die von der Autorin Helen Fielding für eine Londoner Tageszeitung erfunden worden, scheint jeder jeden und jede zu kennen. Das gehört nun mal dazu - bei solchen Filmen. Und auch die Irrungen und Wirrungen diverser Beziehungen fallen eindeutig in die Klischeeabteilung. »Bridget Jones - Schokolade zum Frühstück«, so der deutsche Titel, hebt sich aber glücklicherweise dennoch von der üblichen Romantikkomödienware ab und besitzt einen Erzählstil, wie man ihn eigentlich nur von modernen Gangsterfilmen kennt. Und auch sonst wirkt der Film sehr innovativ und ironisch. Die Tatsache, dass der Film von Miramax verliehen wird, hat bei mir gleich etwas Verwunderung ausgelöst.
Schrullige Figuren, Renée Zellweger in »Hochform«, und ein mit vielen bekannten Songs geschmückter Soundtrack bilden so einen gelungenen Film, der auf jeden Fall einen Besuch wert ist. (So, und jetzt eine Tafel Schokolade! *schleck*)