Revolverheld Jesse James und seine Kumpanen kommen gerade aus dem Krieg (der dem Film als frohsinniges One-Liner-Schlachtfeld dient) wieder, da machen sich auch schon die Leute von der Bahn an diversen Grundstücken in ihrer Heimatstadt zu schaffen. Die reichen Washingtoner Schnösel wollen doch allen Ernstes die Farmen der armen Leute für zwei US-Dollar pro Hektar aufkaufen um darauf ihre Bahnschienen zu bauen! Jetzt haben wir eine Diskrepanz, denn natürlich wollen die Bürger des Städtchens Liberty lieber weiter dort wohnen. Mit Worten kann man den Schienenlegern allerdings nicht beikommen, weil: die Bahn kommt. Deshalb wird schließlich Waffengewalt angewandt. Nun nehmen die Aufständischen der Bahn durch Bankraub ihr Geld, zerstören ihre Materiallager und somit zieht die sympathische James-Younger-Gang gegen die bösen Yankees in den Krieg ...
Dieser Film kommt nach einem übel-lahmen Anfang schnell auf den Punkt, ist kurzweilig und auch sonst eigentlich ganz unterhaltsam. Die tapferen Mannen um Mr. James vollführen in ihren Gefechten akrobatische Meisterleistungen und geraten in choreografierte Kugelregen - als hätte sich John Woo schon Jahrzehnte vor seiner Existenz ausgetobt. Trevor Rabins Musik ist passabel, Schauspiel mies und Story ziemlich stumpfsinnig, aber da Film vorrangig visuelles Medium ist, muss darauf nicht sonderlich geachtet werden. Form über Inhalt. Nur leider bietet der Streifen keine sonderlich bekannten Gesichter (allenfalls Visagen, wie die von Scott Caan, Colin Farrell, Terry O'Quinn und Ex-Bond Timothy Dalton), weshalb er auch auf optischem Gebiet scheitert. Les Mayfields Film ist keine American Beauty, viel eher ein American Psycho unter den Höllywood-Ausgeburten und deshalb nicht unbedingt ein Outlaw. Denn er befolgt die Gesetze der kalifornischen Filmstätte und ist deshalb natürlich so klischeehaft. Der Western ist tot, von Eastwoods »The Unforgiven« beerdigt worden und wird auch mit der - die Wahrheit nicht ganz so genau nehmenden - Geschichtsstunde »American Outlaws« keine Reinkarnation erleben. Prädikat: wertlos.