Ein Schöngeist also befindet sich im Besitze des von Russell Crowe dargestellten John Nashs. Aber damit nicht genug. In Ron Howards Drama offenbart sich, dass unser sympathischer Nerd Zeit seines Lebens unter paranoider Schizophrenie leidet, was sich in imaginären Freunden und Arbeitgebern (Ed Harris) manifestiert und erst sehr spät bemerkt wird (mit beklemmend-verunsichernder Wirkung auf das Publikum) - was behandlungstechnisch äußerst fatal ist. Und damit ist das Fundament für einen, auf dem wahren Leben des Nobelpreisträgers John Forbes Nash, Junior basierenden Golden-Globe-Gewinner und Oscar-Anwärter gelegt. Denn nicht nur Dr. Nash leidet unter seiner Krankheit, sondern auch seine Frau Alicia (Jennifer Connelly) plus Sohn. Und dadurch ergibt sich natürlich dramatisches Emotionskino und ein durchaus unterhaltender Genre-Mix, der leider nicht sehr oft Innovativität zeigt - just wie James Horner, der mal wieder bei sich selbst klaut. Man kann seinen Stil wiedererkennen, sogar ganze Motive aus früheren Filmmusiken vernehmen, und weiß daher schon bevor überhaupt der Haupttitel eingeblendet wird, wer hier musikalisch am Werk war. Aber das ist bei ihm natürlich nichts Neues! Einzig die atmosphärische Untermalung einer automobilen Verfolgungsjagd ist sehr gelungen.
Über zwei Stunden lang verfolgen wir also das Leben eines verrückten Mathematikers. Doch es wird keinen Moment langweilig - dank Akiva Goldsmans Drehbuch und Ron Howard als Meisterkoch dieser Hollywood-Sauce. Russell Crowes Spiel hingegen ist so wankelmütig zwischen dem autistischen Rain-Man-Zucken Dustin Hoffmanns und simpler Arroganz angesiedelt wie der schmale Grat zwischen »Genie und Wahnsinn« auf dem man bis zum Happy-End mit John Nash wandert.