3000 Miles to Graceland

Verbrechen lohnt sich nicht. Im Falle dieses Filmes schon gar nicht. Ebenso peinlich wie dieses Lichtspiel ist der Titel - hierzulande nicht minder lächerlich: »Crime is King«. (Aha!) Ehepaar Arquette, Costner, Lovitz, Pollak, Russell und Slater - fast ausnahmslos gewandet in den Kostümen eines verschiedenen Schlagersängers namens Elvis - reihen sich unter anderen in den Ringelpiez mit Anfassen und Totschießen ein. Die jungen Verbrecher sterben im Zuge des Coups beziehungsweise beim obligatorischen Wer-kriegt-wie-viel zuerst und frei ist die Bahn für die effektiv vom Abstellgleis geholten Schauspielgreise Costner und Russell. (Lasst sie doch auch mal wieder ran!) Zu erwarten hat man einen von Maschinengewehren durchsiebten, tarantinoesken Casinoraubfilm - quasi »Ocean's Eleven« mit mehr Blut und weniger Hirn! (Mehr Hirn allerdings, wenn man von dem an diversen Wänden verspritzten Organ ausgeht.) Unterlegt mit einem - das muss gesagt werden - wahnsinnig geilen Soundtrack, der das Kugelgewitter und Explosionsszenarium - dieses exzellente, gewalttriefende Bildmaterial - verschönert. Verbrechen lohnt sich nicht. Und das manifestiert sich in zahllosen Opfern. In diesen Tagen, in denen gerne auf Erfurt verwiesen wird, werden sich wahrscheinlich ein paar Gemüter über die ausschweifenden - mit anschließender Taubheit noch zusätzlich realistisch gestalteten - Ballerorgien erhitzen und Waffennarr Edmund S. (Bayrische Gebirgsschützen) wird das Machwerk gewiss ganz verbieten wollen. Dabei ist das Ganze (mit SWAT- und Sicherheitsdienst-Leuten als Schießbudenfiguren) gnadenlos gut inszeniert - und es fasziniert. Wer sich demonstrativ vom brachialen Gemetzel empört abwendet, lügt. Die sinnlosen Brutalitäten sind nicht unbedingt ethisch vertretbar, aber es ist halt nur Spaß, nicht?! (Haha!) Bildtechnisch ziemlich aktualisiert und per Videoclipmasche ästhetisiert, wirkt der Film furios. Ein wahres Panoptikum an Zeitraffern und -lupen, als könnten wir uns daran nicht irgendwann satt sehen. Bild und Ton (inklusive Musik) sind das Einzige an diesem Film, was lohnt. Story kann man das nicht nennen und die Charaktere und deren Schauspiel wirkt klischeehaft und ist unterdurchschnittlich. Kann man getrost verpassen.